Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung, DeGÖB-Tagung 2017

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Mittels biografischen Lernens unternehmerisches Denken und Handeln fördern
Verena Liszt

Gebäude: Helsinki
Raum: 164
Datum: 02.03.2017 14:05 – 14:40
Zuletzt geändert: 19.12.2016

Abstract


Der Vortrag ermöglicht in einem ersten Schritt einen Einblick in die bisherigen Erkenntnisse der Biografieforschung von Gründerinnen und Gründern. Darauf aufbauend können Forschungsdesiderate aufgezeigt werden, die verdeutlichen, dass das Potenzial des biografischen Lernens in der ökonomischen Bildung und im speziellen im Gründungskontext bisher kaum beachtet wurde.

Auf dieser ersten Grobanalyse aufbauend, soll in einem zweiten Schritt ein Lehr-Lern-Konzept der Universität Kassel vorgestellt werden: Die Veranstaltung ‚Biografizität: von eigenen und fremden Biografien lernen‘ ist im Kernstudium der Lehramtsstudien (Bachelor) im Modul ‚Beobachten, Beraten und Fördern‘ integriert. Im Rahmen des Seminars können die zukünftigen pädagogischen Fachkräfte ihre eigenen Biografien hinsichtlich Lernanlässe zu u.a. unternehmerischem Denken und Handeln analysieren. Dazu wird ein Pool an Methoden (siehe dazu bspw. Riemann 2005, Gudjons, Wagener-Gudjons, Pieper 2008) entwickelt und eingesetzt. Abschließend zu der im Wintersemester 16/17 stattfindenden Veranstaltung, werden die Studierenden als Studienleistung eine Gründerbiografie hinsichtlich der Lernanlässe zu unternehmerischem Denken und Handeln eigenständig analysieren.

Die Arbeiten der Studierenden können für den Vortrag kategorisiert und die gewonnenen Erkenntnisse aufbereitet werden. Dabei wird ein Clustering von den Studierenden wahrgenommenen Lernanlässen der jeweiligen Gründerinnen und Gründer vorgenommen und die von den Studierenden ausgewählten Personen und Themen in den jeweiligen Biografien aufgezeigt. Die Analyse der ausgewählten Gründungspersonen kann aber auch mit den von Anderseck (2000) differenzierten Theorien verglichen werden. Anderseck (2000) unterscheidet in seinen Ausführungen, zwischen den Theorien von den großen Männern, von einer Begabung, von der Lebenswelttheorie und der Sozialisation und auch von der Managemententwicklung oder auch Ausbildung.

 

Literatur:

Anderseck, K. (2000): „born or made“ – Der Weg zum Unternehmensgründer. Diskussionsbeitrag Nr. 281. Manuskript des anläßlich der „Tage der Forschung“ 1999 gehaltenen Vortrags.

Gudjons, H.; Wagener-Gudjons, B.; Pieper, M. (2008): Auf meinen Spuren. Übungen zur Biografiearbeit. Völlig neu überarbeitete und aktualisierte Auflage. Klinkhardt.

Riemann, G. (2005): Zur Bedeutung ethnographischer und erzählanalytischer Arbeitsweisen für die (Selbst-)Reflexion professioneller Arbeit. Ein Erfahrungsbericht. In: Völter, D.; Dausien, B.; Lutz, H.; Rosenthal, G. (Hrsg.): Biographieforschung im Diskurs. Wiesbaden: Springer, S. 248-270.