Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung, DeGÖB-Tagung 2017

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Prinzipien ökonomischen Verstehens
Yvette Keipke, Nils Goldschmidt, Alexander Lenger

Gebäude: Helsinki
Raum: 166
Datum: 02.03.2017 09:45 – 10:20
Zuletzt geändert: 13.11.2016

Abstract


Es ist das primäre Ziel ökonomischer Bildung, Schülerinnen und Schüler zu informierten und reflexiven Mitgliedern einer aktiven Bürgergesellschaft auszubilden. Eine solche Perspektive schließt unmittelbar an die von der Deutschen Gesellschaft für ökonomische Bildung (DeGöB) benannte Verpflichtung auf drei Leitkonzepte ökonomischer Bildung an: Mündigkeit, Tüchtigkeit und Verantwortung.

Um dies umzusetzen, bedarf es offensichtlich der Einigung auf bestimmte Standards und Verstehenskonzepte, die im Unterricht vermittelt werden sollen. Für die ökonomische Bildung ergibt sich somit das zentrale Problem, diese Prinzipien zu definieren. Dieses Problem ist umso gravierender, da innerhalb der ökonomischen Fachwissenschaft keine Einigkeit darüber besteht, welches die zentralen Prinzipien ökonomischen Verstehens sind.

Der Beitrag wird versuchen, diese Lücke erstmalig zu schließen. Hierzu greifen wir auf die Befunde einer bundesweiten empirischen Erhebung zu den Ideen und Prinzipien ökonomischen Denkens bei 2300 Professorinnen und Professoren sowie Postdocs im Bereich der Volkswirtschaftslehre zurück. Die Online-Erhebung besteht aus zwei qualitativen Fragen eine offene („Welche fünf Ideen und Prinzipien ökonomischen Denkens sind Ihrer Meinung nach grundlegend, um wirtschaftliche Zusammenhänge zu versehen?“) und eine teilstandardisierte Frage („Welche dieser 30 Ideen und Prinzipien ökonomischen Denkens sind Ihrer Meinung nach grundlegend, um wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen?“). Für die letztgenannte Frage wurden 30 Prinzipien aus fachdidaktischen und fachwissenschaftlichen Kategorien synthetisiert. Im Vortrag werden die Ergebnisse der Online-Erhebung vorgestellt. Es soll erstens erörtert werden, ob es erstens zentrale Prinzipien ökonomischen Denkens gibt und zweitens, ob diese notwendig sind, um wirtschaftliche Prozesse zu verstehen. Denn nur, wenn eine Schülerin bzw. ein Schüler die grundlegenden ökonomischen Prozesse versteht, kann er diese reflexiv beurteilen und mündig und verantwortungsvoll an der (Markt-)Gesellschaft teilhaben.