Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung, DeGÖB-Tagung 2017

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Formal-inzidentielles Lernen durch Lego® Serious Play in der Ökonomischen Bildung am Beispiel der Social Entrepreneurship Education
Ann-Kathrin Beckmann

Gebäude: Helsinki
Raum: 165
Datum: 02.03.2017 14:05 – 14:40
Zuletzt geändert: 13.11.2016

Abstract


Es darf der Social Entrepreneurship Education bestätigt werden, dass in ihr viele Prozesse des Projektlernens abgebildet werden können. Innerhalb dieser ergeben sich eine Vielzahl an Möglichkeiten kreative Prozesse anzustoßen. Hierdurch sollen vor allem innovative Ideen zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen entwickelt werden. Diese kreativen Prozesse können sehr unterschiedlich initiiert werden und zumeist sind diese dem formal-inzidentiellen Lernen zuzuordnen. Als eine Option hierfür darf das Lego® Serious Play genannt werden.

Lego® Serious Play (im Folgenden LSP) bezeichnet eine ursprünglich betriebliche Methode, die seit Mitte der 1990er Jahre in diesem Kontext eingesetzt wird (vgl. Poguntke 2014, 103). Mit LSP können in einem moderierten Prozess Problemstellungen dreidimensional dargestellt und bearbeitet werden (http://www.play-serious.org/play-serious-akademie.php). Die Grundidee besteht darin, dass jeder Gedanke und jede Idee potenziell durch Legosteine dargestellt werden kann und LSP sich so insbesondere für die Arbeit in Teams anbietet (vgl. Poguntke 2014, 104).

LSP dient dazu, alle Teilnehmer einer Arbeitsgruppe in einen Sachverhalt einzubeziehen, außerhalb bestehender Gewohnheiten zu denken und neues Wissen zu entdecken (vgl. Kristiansen/Rasmussen 2014, 17). Um dies zu erreichen, werden in verschiedenen Phasen der Lernsituation Fragestellungen mit Legosteinbau beantwortet und in der Gruppe vorgestellt, diskutiert und reflektiert. Anschließend kann aus den unterschiedlichen Modellen von Einzelpersonen beispielsweise ein gemeinsames Modell spielerisch entwickelt werden (vgl. Kristiansen/Rasmussen 2014, 149ff).

Die Kombination aus thematischer Arbeit in einer spielerischen Atmosphäre lässt die Methode LSP insbesondere, aber mittlerweile nicht mehr ausschließlich,

für die unternehmerische Praxis interessant erscheinen. So hält LSP auch zunehmend als Lehr-/Lernarrangement im schulischen und hochschulischen Lehr-Lern-Situationen Einzug (vgl.  u.a. Heikkinnen/Nemilentsev 2014; Mc Cusker 2014).

Der Einsatz von LSP im Rahmen der Ökonomischen Bildung ist bislang noch nicht umfassend untersucht worden. Hieraus ergibt sich die Fragestellung, welche Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von LSP in der Ökonomischen Bildung bestehen, insbesondere wie LSP jenseits  klassisch-konventioneller und damit formal- intentionalen Lernprozessen in der Ökonomischen Bildung nutzbar gemacht werden kann. Es soll untersucht werden, wie LSP für formal-inzidentelles Lernen einsetzbar ist, weiterhin werden  konzeptuelle Vorschläge zur Verwendung von LSP am Beispiel der Social Entrepreneurship Education aufgezeigt.