Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung, DeGÖB-Tagung 2017

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Intentionales Lernen ohne Ziel? Potenziale und Grenzen des forschenden Lernens in der ökonomischen Bildung
Dirk Loerwald

Gebäude: Helsinki
Raum: 165
Datum: 02.03.2017 11:35 – 12:10
Zuletzt geändert: 13.11.2016

Abstract


Das forschende Lernen wird als didaktische Leitidee in der Hochschuldidaktik spätestens seit dem 1970 erschienenen Text der Bundesassistentenkonferenz „Forschendes Lernen – Wissenschaftliches Prüfen“ diskutiert. Pädagogisch knüpft dieser Ansatz an die von Bruner im Kontext der Curriculumentwicklung in England entwickelte Konzeption des „entdeckenden Lernens“ an und es gibt eine Reihe von Schnittmengen zu weiteren didaktischen Ansätzen wie dem problemorientierten Lernen, dem projektorientierten Lernen, dem handlungsorientierten Lernen oder dem exemplarischen Lernen, wobei es in der didaktischen Literatur bis dato keine systematische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis dieser Ansätze zum Forschenden Lernen gibt. In der Regel wird forschendes Lernen verstanden als ein Konzept zur Förderung induktiv gesteuerter und maßgeblich vom eigenen Denken und methodischen Vorgehen geprägter Lernprozesse, in denen sich Schülerinnen und Schüler selbständig Fragen stellen und nach Antworten suchen. Für intentionale Lernprozesse in Schulen impliziert dies wiederum die Frage, inwieweit Freiräume gegeben werden können und welche Grenzen mit forschendem Lernen im institutionellen Kontext einhergehen. Im Vortrag soll das Forschende Lernen als didaktisches Konzept dargestellt, Erfahrungen aus dem Projekt „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher“ (IÖB/ CAP/ PWC-Stiftung) analysiert und darauf aufbauend die domänenspezifischen Herausforderungen für die ökonomische Bildung – insbesondere die Mikro-Makro-Problematik induktiver, erfahrungsbasierter Lehr-Lern-Arrangements – herausgearbeitet werden. Ein Fokus liegt dabei auf der Frage nach schulischen Zielvorgaben und individuellen Freiräumen im Lernprozes.