Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung, DeGÖB-Tagung 2018

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Phänomenographische Forschung als Basis der gezielten Unterrichtsentwicklung – Anliegen, Durchführung und Ergebnisse der Voruntersuchung einer Interventionsstudie im Feld der Entrepreneurship Education
Björn Egbert

Gebäude: Freiburg im Breisgau
Raum: KG 4 R 206
Datum: 27.02.2018 14:45 – 16:15
Zuletzt geändert: 25.02.2018

Abstract


Seit über 10 Jahren sind in im Forschungsfeld der ökonomischen Bildung eine Vielzahl phänomenographischer Untersuchungen durchgeführt und publiziert worden (Marton & Pong, 2005; Davies & Lundholm, 2008, Davies, 2011; Birke & Seeber, 2012; Aprea, 2013; Egbert, 2015; Löw Beer, 2016; …). Die Ergebnisse sind zweifelsohne spannend und tragen zum Grundverständnis über typische Vorstellungen sowie gegenstandsbezogene Verständnisschwierigkeiten von untersuchten Subjekten – etwa Lehrkräften oder Lernenden – bei. Allerdings ist gegenwärtig nicht geklärt, inwiefern diese Einsichten/Ergebnisse einen nachhaltigen bzw. nachweisbaren Einfluss auf die Ausgestaltung von Unterricht/Lehre in der ökonomischen Bildung in Deutschland haben, also zweckdienlich verwertbar sind.

Vor diesem Hintergrund besteht das aktuelle Forschungsvorhaben darin, die Ergebnisse der phänomenographischen Untersuchung des Autors über die Planungsaufgaben von Unternehmensgründern aus dem Jahre 2015 in ein didaktisch legitimiertes und empirisch begründetes Unterrichtsmodell für die allgemeinbildende Schule (Regelunterricht, Klassenstufe 9, Land Brandenburg) zu überführen und im Rahmen einer Interventionsstudie von Lehrkräften unterrichten zu lassen, um den erreichten Lernzuwachs zu evaluieren und mit jenem von Regelunterricht zu vergleichen. Für den Autor stellt sich damit die Frage, welchen Lernzuwachs (deklarativ, prozedural sowie systemisch) phänomenographiebasiert entwickelter Unterricht ermöglicht und, inwiefern sich dieser von heoriebasierterm bzw. lehrplaninduzierterm Unterricht unterscheidet?

Damit soll beantwortet werden, ob sich der überaus beträchtliche Aufwand phänomenographischer Grundlagenforschungen lohnt, wenn die Wirksamkeit der daraus abgeleiteten Interventionen nicht oder nur unwesentlich höher wäre, als bei theoriebasierten Interventionen. Aus diesem Grunde wurde im Oktober 2016 mit der Voruntersuchung des Forschungsvorhabens begonnen, innerhalb derer im Zeitraum von 10 Monaten drei Unterrichtskonzepte in drei parallelen und vergleichbaren Klassen an einem Brandenburger Gymnasium im Regelunterricht des Faches Wirtschaft-Arbeit-Technik unterrichtet wurden:

Intervention 1: lehrbuchbasiert, welche als Regelunterricht bezeichnet werden kann.

Intervention 2: theoriebasiert und über mehrere Jahre an einer Vielzahl Brandenburger Schulen vollzogen, permanent verfeinert und formativ evaluiert (UniClass+-Konzept (vom Autor und Katja Richter im Jahre 2014 publiziert)).

Intervention 3: empiriebasiert, ergründet auf den Ergebnissen und Implikationen der Dissertationsschrift des Autors.

Mit Hilfe einer schriftlichen Befragung wurden die phänomenbezogenen Vorstellungen aller teilnehmenden Schülerinnen und Schüler detailliert vor, direkt nach und 3 Monate nach der jeweiligen Intervention erfasst (Pre-, Post-, Post-Post-Design), um diese qualitativ sowie quantitativ auszuwerten (MaxQDA & SPSS) und erste Rückschlüsse zu ziehen, welche im Rahmen der Jahrestagung skizziert werden. Zudem bestand das Anliegen der Voruntersuchung in der Feststellung bis dato nicht bekannter institutioneller Hemmnisse, die bei der Überarbeitung des Unterrichtskonzeptes zur Durchführung der Hauptuntersuchung zu berücksichtigen sind und ebenfalls vorgestellt werden.