Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung, DeGÖB-Tagung 2018

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Spiele als informelle Lernkontexte ökonomischer Bildung. Potenziale und Grenzen am Beispiel des Gesellschaftsspiels Monopoly
Dana Bergmann, Robert W. Jahn, Katja Richter, Marcel Spittel

Gebäude: Freiburg im Breisgau
Raum: KG 4 R 218
Datum: 27.02.2018 16:30 – 18:00
Zuletzt geändert: 09.01.2018

Abstract


Monopoly zählt zu den beliebtesten Gesellschaftsspielen weltweit. Trotz großer Beliebtheit, stand das Spiel bis zum Ende des Kalten Krieges aufgrund seiner „kapitalistischen“ Grundzüge auf dem Index sozialistischer Länder (vgl. Lackmann 2015, Tönnesmann 2011). Das Verbot impliziert, dass durch das Spielen von Monopoly bestimmte ökonomische Bildungsgehalte transportiert werden, die – zumindest zur damaligen Zeit in diesen Ländern – kritisch betrachtet wurden. Die Erschließung dieser Bildungsgehalte geschieht nicht durch eine formale Form der Bildung, sondern auf einem informellen Weg: durch das Spielen des Gesellschaftsspiels selbst.

Informelles Lernen, als „vernachlässigte Grundform menschlichen Lernens“ (Dohmen 2001), findet primär in nicht organisierten und institutionalisierten Kontexten statt (vgl. Faure 1973). Wenngleich ökonomische Bildung primär formale Lernprozesse adressiert, spielen informelle Kontexte, vor allem in Bezug auf die ökonomische Grundbildung der Lernsubjekte, eine wesentliche Rolle, insbesondere im Hinblick auf den Aufbau von Präkonzepten und subjektiven Theorien. Vor allem in außerschulischen Kontexten geht es um die Frage, was Individuen (bspw. Kinder, Jugendliche oder Erwachsene) in informellen Lebenssituationen (bspw. beim Schauen von TV-Serien oder beim Spielen von Brettspielen) über Ökonomie und wirtschaftliches Handeln lernen können.

Dieser Beitrag greift das Spannungsfeld formeller und informeller Lernkontexte innerhalb der ökonomischen Bildung auf und geht exemplarisch – anhand des Brettspiels „Monopoly“ – der Frage nach, welche Potenziale für ökonomischen Bildungsprozesse in informellen Kontexten liegen, aber auch welche Grenzen. Nachdem in einem ersten Schritt eine Verknüpfung zwischen informellem Lernen und ökonomischer Bildung hergestellt wird, erfolgt anschließend eine Einbettung des Themas „Spiele“ in informelle und formelle Lernkontexte ökonomischer Bildung. Darauf aufbauend wird das Brettspiel „Monopoly“ vorgestellt und anhand der Theorieschablone der fachwissenschaftlichen Stoffkategorien nach May (1998) analysiert. Abschließend erfolgt eine Darstellung der wesentlichen Ergebnisse, indem einerseits Potenziale und Grenzen des Spiels sowie mögliche Didaktisierungsnotwendigkeiten und -möglichkeiten aufgezeigt und diskutiert werden.