Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung, DeGÖB-Tagung 2018

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Ökonomische Bildung und Freiheit – Erstellung eines Konzeptes zur Adressierung verschiedener sozialer Identitäten von SuS
Andreas Liening, Ronald Kriedel, Lena Steinebrei, Tim Haarhaus

Gebäude: Freiburg im Breisgau
Raum: Tagungsbüro
Datum: 27.02.2018 11:15 – 12:45
Zuletzt geändert: 09.01.2018

Abstract


Hayek (1991, S. 14) beschreibt Freiheit als den „Zustand, in dem ein Mensch nicht dem willkürlichen Zwang durch den Willen eines anderen oder anderer unterworfen ist“.

Hieraus folgt einerseits, wenn Freiheit vorliegt, sind Individuen frei in ihren Handlungen, andersherum verpflichtet es aber auch die Individuen ihre Freiheiten zu gestalten. Ziel der ökonomischen Bildung muss es also unteranderem sein, die Individuen zu befähigen, ihre Freiheit auszugestalten.

Durch Formate wie die Schülerfirmen oder Junior Business Schools (JBS) werden Schülerinnen und Schüler (SuS) dazu befähigt, selbstbestimmtes Handeln innerhalb unternehmerischer Rahmenbedingungen sowie neue Gelegenheiten umzusetzen und zu erfahren (Manageriales und Entrepreneuriales Wissen) (Liening, 2015).

Eine besondere Herausforderung hierbei besteht darin, dass spezielle Formate wie die JBS häufig nur eine bestimmte Gruppe von SuS ansprechen. Vor allem, weil diese Formate häufig außercurricular stattfinden, ist die Teilnahme freiwillig, somit nehmen aus der heterogenen Gruppe der SuS ‚nur’ JBS affine SuS teil. Hierdurch erlangen diese SuS die Fähigkeiten und Kompetenzen ihre Freiheit unternehmerisch zu gestalten, nicht teilnehmenden SuS aber nicht. Ein Ansatz könnte das Adressieren verschiedener sozialer Identitäten der SuS sein (Obschonka, Goethner, Silbereisen, & Cantner, 2012).

Die Forschungsfrage lautet nun, wie es gelingen kann, SuS mit verschiedenen sozialen Identitäten für freiwillige Formate wie der JBS zu begeistern?

Das Forschungsvorhaben betrachtet, welche Maßnahmen abgeleitet und verändert werden müssen, um die gesamte diverse Gruppe an SuS mit ihren verschiedenen sozialen Identitäten anzusprechen und in Gänze zu ökonomischem Handeln zu befähigen. Erste Ideen sind bspw. Formate wie die JBS mithilfe einer diversen Sprache und Veränderung der Darstellung der Inhalte sowie das Nutzen von Testimonials bei der Bewerbung der JBS zu nutzen. Das Ziel ist es, möglichst alle sozialen Identitäten in der Gruppe der SuS zu adressieren, damit auch weniger ‚ökonomisch affine’ SuS an JBS Formaten teilnehmen. Geschieht dies nicht, erhält nur ein Teil der SuS ökonomische Bildung, welche für ein freiheitliches Leben grundlegend ist. Durch die Forschungsfrage werden Konzepte erarbeitet, SuS mit verschiedenen sozialen Identitäten für das Thema ökonomische Bildung zu gewinnen.

 

Literatur

Hayek, F. A. v. 1991. Die Verfassung der Freiheit. Tübigen: Mohr Siebeck.

Liening, A. 2015. Ökonomische Bildung - Grundlagen und neue synergetische Ansätze. Wiesbaden: Gabler.

Obschonka, M., Goethner, M., Silbereisen, R. K., & Cantner, U. 2012. Social identity and the transition to entrepreneurship: The role of group identification with workplace peers. Journal of Vocational Behavior, 80(1): 137-147.