Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung, DeGÖB-Tagung 2018

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Freiheit in der Übergangsberatung
Heike Chyle, Ilona Ebbers

Gebäude: Freiburg im Breisgau
Raum: KG 4 R 206
Datum: 27.02.2018 14:45 – 16:15
Zuletzt geändert: 18.01.2018

Abstract


Übergänge in Arbeit sind – so zeigen Analysen der Lebenslauf-, Bildungs- und Arbeitsmarktforschung seit den 1980er Jahren – in ihrer Zunahme, Ausdehnung und Verdichtung zwischen Lebensphasen bzw. Berufspositionen zunehmend durch pädagogische Zugänge charakterisiert. Durch personenbezogene Dienstleistungen zur Begleitung und Beratung von Übergängen in Arbeit wird auf die Problematisierung der gesellschaftlichen Regulierung der Übergänge in Arbeit reagiert (vgl. Blossfeld et al. 2005; Stauber et al. 2007; Walther 2008; Helsper 2013).

Der Tagungsbeitrag beschäftigt sich am Beispiel des Übergangs von der Schule in den Beruf mit der Frage: wie wird in den Beratungsprozessen am Übergang von der Schule in den Beruf Freiheit prozessiert und wie zeigen sich die Grenzen der Freiheit? Fokussiert wird hierbei der Zusammenhang zwischen pädagogischen Rationalitäten und Freiheit, bzw. den Grenzen von Freiheit. Am Beispiel von Beratungsangeboten am Übergang von der Schule in den Beruf werden die Perspektiven der Expert*innen anhand von empirischem Material (Sequenzen aus leitfadengestützten Expert*innen-Interviews) vorgestellt. Methodisch erfolgt die Auswertung nach Meuser/Nagel (2003) verbunden mit den Prämissen der Grounded Theory, nämlich der Offenheit der Forscher*innen gegenüber dem Forschungsgegenstand.

Die zugrundeliegenden Daten für den Tagungsbeitrag stammen aus dem DFG-Forschungsprojekt „Transition Processing – Pädagogische Rationalitäten in personenbezogenen Dienstleistungen zur Begleitung und Beratung von Übergängen in Arbeit“ (Trans Pro). Das Projekt verfolgt das Ziel, eine vergleichende Analyse verschiedener personenbezogener Beratungsdienstleistungen im Übergang in Arbeit vorzunehmen. Diese Analyse richtet sich auf die Frage, wie Übergänge in unterschiedlichen Organisationsformen dieser Dienstleistungen prozessiert werden. Die Beratungsdienstleistungen beziehen sich an drei Standorten auf den Übergang von der Schule in das Erwerbssystem, an zwei weiteren Projektstandorten auf den Übergang von Arbeit in Arbeit (Transfergesellschaft und Coaching). An jedem Standort wurden biographisch-narrative Interviews mit Ratsuchenden und Expert*innen-Interviews mit Beratenden geführt, Beobachtungsprotokolle erstellt sowie Audioaufnahmen von Beratungsgesprächen erhoben.